22. Juni: Sommersonnenwende-Fest „Ligo“ in Meilen

Das Organisationskomitee bestehend aus Ieva Hull, Laura Haas, Edite Siemer und Christoph Oertli laden Sie am Samstag, 22. Juni 2024 an das Ligo-Fest in Meilen/ZH ein (auch Johannis-Feier oder Sommersonnenwende-Fest genannt). Ganz speziell ist dieses Jahr, dass wir uns über eine bekannte Popsängerin aus Lettland freuen dürfen: Olga Rajecka. Ausserdem treten die traditionelle Tanzgruppe Ramtai und die Kindertanzgruppe „Zvaniņš“ auf.

Zum Programm: ab 17 Uhr Eintreffen, 18 Uhr offizielle Eröffnung mit Darbietungen, 20 Uhr Konzert Olga Rajecka, danach Feuerritual und Tanzen im Gruenen mit DJ Ivo.

Das Fest findet statt auf dem Bauernhof am Hinterburgweg 12 in 8706 Meilen (hier klicken).. Vom Bahnhof Meilen aus ist der Hof in 30 Minuten zu Fuss zu erreichen. Es kann auch geparkt werden aber NUR bei vorheriger Anmeldung (info@ligoligo.ch) und das Parkieren kostet 2 CHF oder 5 CHF für die ganze Nacht.

Zu den Kosten:

·      Eintritt Einzelperson 35 CHF, als GSL-Mitglied nur 30 CHF

·      Als Familie: 60 CHF, als GSL-Familien-Mitglied nur 55 CHF

·      Kinder bis 16 Jahre: gratis

·      zusätzliches Campieren/Zeltplatz (Anmeldung vorher bei info@ligoligo.ch): 10 CHF pro Zelt

·      zusätzlich Parkieren (Anmeldung vorher bei info@ligoligo.ch): 2 CHF pro Auto und Abend, 5 CHF für die ganze Nacht

Bitte überweisen Sie VOR dem Besuch den richtigen Preis für Sie, indem Sie den QR-Code auf der Einladung (siehe oben, oder hier klicken) benützen. Oder zahlen Sie so früh wie möglich ein an: LVevents, Riedstrasse 36, 8272 Ermatingen,  CH63 0078 4296 1864 0200 1 

Der Anlass wird unterstützt von Ieva und Robin Hull, Hull’s School, Gesellschaft Schweiz-Lettland, Zane un Harijs Vītoliņi.

Rezyklierter Asphalt eines Letten in der Schweiz

(Teksts latviešu valodā zemāk.)

Der Lette Martins (Mārtiņš) Zaumanis ist ein ehemaliger Stipendiat des prestigeträchtigen amerikanischen Fulbright-Stipendiums, der an der Empa in der Schweiz (Stand 2024) interessante Projekte zum Rezyklieren von Asphalt durchführt.

In folgendem Video erklärt der aus Riga stammende Zaumanis, der sehr präsent auf allen wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Kanälen ist, seine Methode:

Prinzipien des Asphalt-Recyclings (Martins Zaumanis)

Eines der letzten Projekte von Martins Zaumanis war – im Auftrag des ASTRA, dem Bundesamt für Strassen und dem Bundesamt für Umwelt – die Erprobung von Asphaltbelägen mit hohem Recyclinganteil. Die Schweiz bietet deshalb ein sehr interessantes Testgebiet, weil die Wetterverhältnisse oft wechseln und teilweise anspruchsvoll sein könnten. Getestet wurde im Kanton Zürich oder auch in Graubünden, auf luftiger Höhe, wie folgendes Video zeigt:

Erprobung von rezykliertem Asphalt auf 1900 Meter Höhe.

Nun hat der lettische Medienförderungsfonds den wissenschaftlichen Video-Blog „PeerRecognized“ (https://peerrecognized.com/) unterstützt, wo Zaumanis spannende Lektüren, Tipps usw. für angehende Forschende bietet, z.B. Artikel über den Einfluss, Möglichkeiten und Gefahren der künstlichen Intelligenz beim Forschen und wissenschaftlichen Publizieren.

Der staatliche Fonds für Medienförderung der Republik Lettland hat auch den Dreh eines Dokumentarfilms über die Zukunft des Asphalts und Zaumanis‘ Arbeit gedreht, der sehr sehenswert ist. Der Film wurde vom lettischen Filmstudio „Kultfilma“ gedreht. Sie können bei den Einstellungen des Youtube-Videos Untertitel in der Sprache Ihrer Wahl einschalten:

Celmlauži – Asfalts nākotnei – Mārtiņš Zaumanis

Mārtiņš Zaumanis ir Šveicē dzīvojošs latviešu materiālu zinātnieks, kurš savā ikdienā cenšas atrisināt mūžīgo asfalta problēmu, kas skar arī Šveici dēļ tās krasi atšķirīgajiem laikapstākļiem gada garumā. Mārtiņš strādā ne tikai laboratorijā, bet arī veido vlogu PeerRecognized.com priekš citiem tehniski sarežģītu tēmu profesionāļiem, lai skaidrotu, kā labāk savas tēmas izskaidrot gan rakstiski, gan uzstājoties prezentācijās, lai tās sasniegtu nepieciešamo auditoriju. Projektu finansē Mediju atbalsta fonds no Latvijas valsts budžeta līdzekļiem. Par dokumentālo videostāstu “Celmlauži” saturu atbild filmu studija KULTFILMA.

2024 – Filmprojekt zum ersten Sängerfest: „Zeme, kas dzied“

„Das am 29. Juni 1873 von 1003 Sängerinnen und Sängern, 45 Chorleitern, 10 000 Zuschauern und Zuschauerinnen und einigen Dutzend Initianten geschaffene erste Sängerfest Lettlands, hat sich im Laufe von anderthalb Jahrhunderten zu einem wichtigen, wenn nicht dem wichtigsten Zeichen der lettischen Identität, des Selbstbewusstseins und der Vitalität des lettischen Staates entwickelt.“

So äussert sich Dainis Ivāns, Szenarist des Fimprojekts „Dzeme, kas dzied“ (Das singende Land). Dainis Ivāns ist ausserdem einer der Begründer und historische Figur der Singenden Revolution, die Lettland Ende der 80er und anfangs der 90er-Jahre die Unabhängigkeit zurückbrachte.

Der Film entsteht im Jahre 2024 unter der Regie von Māris Mārtinsons, produziert von Linda Krūkle, mit mehreren bekannten Schauspielern. Obwohl es zuerst schien, dass das Sängerfest eine sehr männliche Angelegenheit war, zeigt der Film auch die Rolle der Frau. So waren Frauen an deutschen und estnischen Sängerfesten in Tartu und Riga 1861 und 1869 von der Teilnahme ausgeschlossen, aber 1873, bei den ersten lettischen Sängerfesten, sangen 212 weibliche Stimmen im gemischten Chor mit, eine europaweite Neuigkeit. Dies beschreibt die lettische Historikerin Dr. Vita Zelče in der Dokumentation zum Film, die Sie hier in lettischer Sprache lesen können, mit vielen interessanten Informationen zum Film und den dargestellten historischen Figuren:

Natürlich fehlt im Film auch die Liebe nicht. Weitere Informationen finden Sie auf dieser Seite https://zemekasdzied.lv/lv

Die Gesellschaft Schweiz Lettland hilft mit einem bescheidenen Beitrag, den Film fertigzustellen. Innovativ ist auch das Finanzierungsmodell, das ein Crowdfunding umfasst. Am Crowdfunding beteiligen kann man sich hier: https://filmaibut.lv/

Spenden kann man ab 5 EUR und mit 300 EUR ist man schon „Ehrengast“. Je nach Spende erhält man ein Symbol im Festival-Chor, als Sänger oder Sängerin, Chorleiterin oder Chorleiter, Chefidirigentin oder Ehrengast:

Lettland und die russische Sprache 2023-2024 – Ergänzung zu Pressemeldungen

Kürzlich berichtete die Presse über Massnahmen der neuen lettischen Regierung unter der Premierministerin Evika Siliņa bezüglich den Sprachprüfungen, die lettische Russischsprachige ablegen müssen, um ihre Aufenthaltserlaubnis in Lettland zu behalten (NZZ, 13.1.2024 : «Lettland soll wieder lettisch werden»). Von Mitgliedern unseres Vereins wurden wir aufgefordert, dazu etwas zu sagen.

Natürlich können wir als Verein, der weltanschaulich neutral und pluralistisch ist, nicht im Namen aller und für alle Stellung nehmen. Wir möchten im Folgenden aber trotzdem zwei Sichtweisen zu dieser Frage aufführen. Die erste ist gespiesen aus der Erfahrung von Reisen nach Lettland im Jahr 2023, die zweite entspricht einer Wiedergabe des Standpunkts der lettischen Behörden im Jahr 2023 und 2024. Ein wichtiger Punkt besteht ausserdem in der nötigen Unterscheidung zwischen russischen Staatsangehörigen und Russischsprachigen. Denn anders als oft vermeldet betreffen die Neuerungen im Einwanderungsgesetz nur Erstere und nicht spezifisch die Russischsprachigen.

Erfahrung mit der russischen Sprache in Lettland 2023

Die Massnahmen der lettischen Regierung, die von der NZZ am 13. Januar 2024 thematisiert wurden, sind also anders als die Zeitung berichtet nicht gegen die russische Sprache als solche gerichtet. Was die Autorin der NZZ, Linda Koponen, die aus Daugavpils schreibt, nicht erwähnt: Die russischen Propagandasender, deren Übertragung in Lettland beendet wurde, sind durch– ebenso russischsprachige – ukrainische Sender ersetzt worden. Gewisse Programme in russischer Sprache waren und sind noch heute populär, nicht nur bei russischsprachigen Bewohnern und Bewohnerinnen Lettlands, sondern auch bei Zweisprachigen oder Lettinnen und Letten derjenigen Generation, die Russisch noch von früher kennt. Im August 2022 beschlossen Kabelnetzbetreiber in Lettland, kostenlos den populären ukrainischen Unterhaltungskanal «Kvartal TV» ins Angebot aufnehmen, was keinen Sinn machen würde, wenn es darum ginge, dass in Lettland gar kein Russisch mehr gesprochen werden sollte. Die Übertragung von «Kvartal TV» wurde von den Kabelnetzbetreibern Baltcom, Tet, Balticom, Telenet, Netvison, Starnet, Elekotron&K, Megogo un Skatvis gemeinsam beschlossen. Weiterhin zugänglich sind je nach Anbieter bis zu 6 Kinderkanäle, die auch auf Russisch senden, mehrere Newskanäle aus der Ukraine, Westeuropa oder sogar China in Russisch, Filmkanäle mit alten Filmen aus der Sowjetunion oder neueren Filmen, alles in Russisch.

Besser bekannt ist, dass verschiedene dissidente russischsprachige Medien (unter anderem meduza.io) in Lettland mit offenen Armen empfangen wurden. Dazu kommt, dass ukrainische Flüchtlinge eine Aufenthaltserlaubnis und das Recht haben, zu arbeiten, ohne ein Wort Lettisch zu können. Es ist nicht selten, dass man in Riga mit ukrainischen Chauffeuren Taxi fährt, die nur Russisch können. Anbei ein Zitat aus dem lettischen Arbeitsamt :

in the private companies, a person can be employed without a national language certificate if their activities do not affect legitimate public interests (public security, health, morals, health protection, consumer and labour rights protection, workplace safety, public administrative supervision).

https://www.nva.gov.lv/en/beglu-un-personu-ar-alternativo-statusu-nodarbinasana-darba-devejiem

Unterschiede zwischen Russen, Nichtbürgerinnen und Nichtbürgern und anderen Russischsprachigen

Man muss also unterstreichen, dass nicht alle Menschen, die Russisch sprechen, von der Neuerung des Einwanderungsgesetzes betroffen sind. Das wird aber von der Presse und auch der öffentlichen Meinung ausserhalb von Lettland so wahrgenommen. Dabei müsste unterschieden werden zwischen russischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern auf der einen Seite, und auf der anderen Seite ukrainischen Geflüchteten und anderen Russischsprachigen wie den sogenannten Nichtbürgerinnen und Nichtbürgern, die oft russischsprachig sind und die somit eindeutig ebenso wie die Geflüchteten nicht Gegenstand der neuen Regelung im Einwanderungsgesetz sind.

Zur rechtlichen Situation aus der Sicht der Regierung und Gerichte in Lettland

Die Änderungen des Einwanderungsgesetzes von 2023 sehen vor, dass in Lettland lebende russische Staatsbürger, die zuvor lettische Staatsbürger oder Nichtbürger waren, ein Mindestniveau lettischer Sprachkenntnisse (A2) nachweisen müssen, wenn sie sich weiterhin in Lettland aufhalten möchten. Zum Vergleich ist anzumerken, dass wer in der Schweiz eine Matur abschliesst, in der anderen Landessprache (z.B. Deutsch für Romands oder Französisch für Deutschschweizer) das Niveau B2 erreichen muss, d.h. zwei Stufen mehr als jemand, der den lettischen Pass will. Bei der Einbürgerung verlangt man in der Schweiz mündliche Kenntnisse auf der Stufe B1, was eine Stufe mehr ist als in Lettland. Der lettische Sprachtest kann mehrmals abgelegt werden, und die Sprachkenntnisse müssen nur einmal bescheinigt werden.

Für lettische Nicht-Staatsbürger bzw. sogenannte Nichtbürgerinnen und Nichtbürger gelten jedoch keine Änderungen. Lettische Nicht-Staatsbürger sind nicht staatenlos und gelten auch nicht als ausländische Staatsangehörige. Lettische Nicht-Staatsbürger und -bürgerinnen sind lettische Staatsangehörige: Das heisst, sie sind Staatsangehörige, ohne lettische Bürger zu sein, und sie haben somit das Recht, sich in Lettland aufzuhalten und dort dauerhaft zu leben. Die Kenntnis (oder Unkenntnis) der lettischen Sprache begründet oder beschränkt dieses Recht nicht.

Gemäss den lettischen Behörden ist das Ziel der Änderungen des Einwanderungsgesetzes von 2023, die Position der lettischen Sprache zu stärken, die Zugehörigkeit aller Bürger zu Lettland zu fördern, einen gemeinsamen Informationsraum zu schaffen und gleichzeitig die innere Sicherheit und Widerstandsfähigkeit des Landes zu stärken. Jedes Land, auch Lettland, habe – so unterstreichen dies lettische Behörden –  das souveräne Recht, seine Grenzen zu verwalten und zu kontrollieren und das Recht von Personen auf Einreise und Aufenthalt im Land zu bestimmen. Die Festlegung der Bedingungen für die Einreise und den Aufenthalt von Ausländern in Lettland sei eine rechtspolitische Angelegenheit, die der Gesetzgeber zu entscheiden habe.

Anders als die sogenannten (oft auch russischstämmigen) Nichtbürger müssen nur russische Staatsbürger, die sich nicht an das Gesetz halten und dem Amt für Staatsbürgerschafts- und Migrationsangelegenheiten (PMLP) nicht die erforderlichen Dokumente zur Verlängerung ihres Aufenthalts in Lettland vorlegen, das Land verlassen. Die neuen Anforderungen gelten für 1,3 % der lettischen Bevölkerung (insgesamt 25 316 Personen). Das PMLP unterstützt bedürftige Personen mit Informationen, nimmt nach Möglichkeit mit jeder Person einzeln Kontakt auf und prüft jeden Fall einzeln. Bis Mitte Februar 2024 haben die meisten dieser Personen entweder Dokumente zur Verlängerung ihrer Aufenthaltsgenehmigung eingereicht oder Lettland verlassen.

Am 15. Februar 2024 entschied das lettische Verfassungsgericht, dass die Änderung des Einwanderungsgesetzes mit dem Grundgesetz des Landes in Einklang steht und nicht gegen Menschenrechtsnormen verstösst. Derzeit gehen bei der lettischen Migrationsbehörde Eingaben von Personen ein, die ihre Kenntnisse der lettischen Sprache nicht bestätigt haben und offensichtlich auch nicht beabsichtigen, dies zu tun, und die um Informationen über einen möglichen Zeitpunkt der Ausreise aus Lettland bitten.

18.11.23 in Zürich: Einladung zur 105. Nationalfeier Lettlands – mit Theater

Unsere Organisatorinnen Ieva und Edite laden alle Interessierten zur lettischen Nationalfeier nach Zürich ein. Geboten wird Ihnen eine kurze theatralische Aufführung mit den Schauspielern Gints Grāvelis und Andris Bulis, der lettischen Folklore-Tanzgruppe „Ramtai“ und der Kindertanzgruppe „Zvaniņš“.

Mitglieder der Gesellschaft Schweiz-Lettland bezahlen 25.- Eintritt anstatt 30.-; Jugendliche bis achtzehn Jahre bezahlen 15.-, und für Kinder bis zwölf Jahre ist der Anlass gratis. Im Preis inbegriffen ist der Apéro riche mit einem Glas Wein (bzw. nicht alkoholischen Getränken). Damit wir planen können, bitten wir Sie um Anmeldung an info@lvevents.ch.

Uhrzeit: 17 Uhr-20 Uhr.

Ort: Zunfthaus Oberstrass, Universitätsstr. 91, 8006 Zürich

19.9.23: Lettische Dankesgrüsse von den Special Olympics in Berlin

Aus Rauna (Dorf bei Smiltene) erreichen uns die Dankesgrüsse der lettischen Para-Olympionikin Evita Freimane, die wir für ihre Teilnahme an den Para-Olympiaden in Berlin diesen Sommer vom 17. bis 25. Juni 2023 unterstützt haben. Während Evita Freimane sich vor vier Jahren in Abu Dhabi sehr gut im Badminton machte, erreichte sie in Berlin mit dem lettischen Frauen-Fussballteam den vierten Platz. Im unten stehenden Text lesen Sie (auf Lettisch und Deutsch) ihren Bericht, den uns Frau Zvejneice von der wohltätigen Stiftung „Aluksnes un Apes novada fonds“ weitergeleitet hat, mit der wir zusammenarbeiten. Im Foto: das Lettische Frauen-Team.

Die Gesellschaft Schweiz-Lettland dankt ihren wie immer grosszügigen Spendern und Spenderinnen!

26. August, Bern: Gedenk-Anlass „Baltischer Weg“

Das vor 75 Jahren gegründete Schweizerische-Baltische Komitee unter seinem neuen Präsidenten Dr. Alfred Heinimann organisiert einen Gedenkanlass zum „Baltischen Weg“ in Bern, am 26. August 2023.

Zum Hintergrund: am 23. August 1939 (offizielles Vertragsdatum) schlossen Nazi-Deutschland und die Sowjetunion einen Nichtangriffspakt, auch Molotow-Ribbentrop-Pakt oder Hitler-Stalin-Pakt genannt. In diesem Pakt gab es ein  Zusatzprotokoll, in dem die beiden totalitären Staaten die Aufteilung Osteuropas regelten, mit fatalen Folgen für Länder wie Lettland, Estland, Litauen, Polen, Moldawien… Dieses Zusatzprotokoll wurde geheim gehalten, weshalb auch dessen Publikation in den 80er Jahren von lettischen Menschenrechtsgruppen wie „Helsinki 86“ verlangt wurde.

Am 3. Juni 1988 äusserte der lettische Journalist Mavriks Vulfsons in einer Rede vor dem Plenum der Vereinigung der Kulturschaffenden Sowjetlettlands ganz offen, dass der „Beitritt“ der Republik Lettlands zur Sowjetunion eigentlich eine Okkupation durch die Sowjetunion im Geiste des Molotow-Ribbentrop-Pakts gewesen sei. Dabei zitierte er unverfroren aus dem Geheimprotokoll, über das er als Geschichts-Dozent detaillierte Kenntnis hatte.

Illustration: lettische Propaganda gegen den Pakt 1989 (Wikimedia commons)

Zum 50. Jahrestag des Geheimpaktes am 23. August 1989 machten die drei baltischen Republiken mit der Bildung der längsten Menschenkette in der Menschheitsgeschichte auf die Okkupation ihrer Länder aufmerksam, als mehr als eine Million Menschen sich quer durch die drei Republiken die Hand reichten: Einer der Höhepunkte der Singenden Revolution. Durch diesen Akt des Widerstandes nach einem halben Jahrhundert wurde der mit Besetzung und Unterdrückung assoziierte 23. August auch zu einem Gedenktag, der für den gemeinsamen Unabhängigkeitswillen der drei baltischen Republiken Estland, Lettland und Litauen steht.

Illustration: lettische Gedenkmünze 2014 (Wikimedia commons)


Die Rede von Mavriks Vulfsons hören Sie auszugsweise in dieser Radiosendung in lettischer Sprache: https://lr1.lsm.lv/lv/raksts/siis-dienas-aciim/mavriks-vulfsons.-cilveks-kurs-nogalinaja-padomju-latviju.a98564/

Informationen zum Gedenkanlass in Bern (mit Filmvorführung, diplomatischen Vertretern, Chören und Tanzgruppen aus drei baltischen Republiken) finden Sie in den Anhängen.

Einladung in deutscher und in lettischer Sprache (skat. ielūgumu latviešu valodā):

24. Juni 23 – Ligo! Johannis-Feier (Gastland: Ukraine)

Das Organisationskomitee bestehend aus Ieva Hull, Laura Haas, Edite Siemer und Vilnis Dubinskis laden Sie am Samstag, 24. Juni 2023 an das Ligo-Fest im Zürcher Oberland ein (auch Johannis-Feier oder Sommersonnenwende-Fest genannt). Ganz speziell ist dieses Jahr, dass wir als Gastland die Ukraine haben und verschiedene Traditionen und Spezialitäten aus der Ukraine kennenlernen werden und uns ausserdem über die berühmteste Country-Band Lettlands „Sestā jūdze“ und die Schweiz-Lettin DJ Baiba freuen dürfen.

Zum Programm: ab 16 Uhr div. Workshops, 17 Uhr Kinderprogramm, 18 Uhr offizielle Ero?ffnung des Festes mit Darbietungen von lettischen und ukrainischen Volkstanzgruppen, 20 Uhr Konzert der Gruppe „Sestā jūdze“, Feuerritual, Tanzen im Gruenen mit DJ Baiba.

Das Fest findet statt Im Grüter, Hermatswilerstrasse 40, 8330 Pfäffikon.

Zu den Kosten:

·      Eintritt Einzelperson 30 CHF, als GSL-Mitglied nur 25 CHF

·      Als Familie: 50 CHF, als GSL-Mitglied nur 45 CHF

·      Kinder bis 16 Jahre: gratis

·      zusätzlich Übernachtung im Stroh (Anmeldung vorher bei info@ligoligo.ch): 10 CHF pro Person

·      zusätzlich Parkieren (Anmeldung vorher bei info@ligoligo.ch): 2 CHF pro Auto und Abend, 5 CHF für die ganze Nacht

Bitte überweisen Sie VOR dem Besuch den richtigen Preis für Sie, indem Sie den QR-Code auf der Einladung (hier klicken) benützen. Oder zahlen Sie ein an: LVevents, Riedstrasse 36, 8272 Ermatingen,  CH63 0078 4296 1864 0200 1 

Der Anlass wird unterstützt von Ieva und Robin Hull, Hull’s School, Gesellschaft Schweiz-Lettland, D-Technic GmbH, Zane un Harijs Vītoliņi.

6. Mai 2023 – Tag der guten Tat

Ein Teil des Vorstands sammelte im Coop Mühlacker an der Mühlackerstrasse in Zürich-Affoltern Geld für die Stiftung Pigna in Kloten („Raum für Menschen mit Behinderung“). Siehe www.pigna.ch. Die Stiftung bietet geschützte Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung, Beschäftigungsmöglichkeiten sowie Wohnprojekte.

Jana, Edite und Alain vom Vorstand der Gesellschaft Schweiz-Lettland boten den samstäglichen Coop-Kunden Kaffee und Schokolade, kamen dabei ins Gespräch. Das Geld geht an die Stiftung Pigna, aber wir haben uns dank der Vermittlung von Martins, dem lettischen Geschäftsführer der Filiale, bekannt gemacht, haben das Jugendchorfestival 2023 in Basel beworben (wo im Mai 23 der gemischte Jugendchor der Domschule Riga – Lettland – singt), sowie unsere eigenen kleinen Projekte in Lettland und der Schweiz präsentiert.

In Erinnerung bleiben die vier Kinder (Raul, Lina, … und Bigna; ein Name ist uns entfallen), die begeistert waren von der Schokolade und unserer Arbeit. Raul, 10 Jahre, meinte, wir seien gute Menschen, dass wir uns für Behinderte engagieren und sehr ernsthaft und bedeutungsvoll nickend meinte er, diese Arbeit sei sehr wichtig. Anscheinend ein Experte. Ausserdem hatte er ungefähr 2 Franken dabei, um Süssigkeiten zu kaufen. Daruf verzichtete er danach – wie die anderen drei Kinder – und warf alles in den Spendentopf, obwohl wir ihm sogar noch gesagt haben, er solle das Geld behalten.

Also wenn man solche 10-jährige Kinder betrachtet, muss man sagen, dass man für die Zukunft optimistisch sein kann. Danke dir Raul, …. , Lina und BIGNA : schöner Zufall und lieb, dass ihr der Stiftung PIGNA gespendet habt!

Klavierwettbewerb in Riga 2022

Zusammen mit der in der Schweiz lebenden lettischen Pianistin Arta Arnicane unterstützte die Gesellschaft Schweiz-Lettland einen Teil des Rigaer Klavier-Nachwuchswettbewerbs (11th Riga International Competition for Young Pianists 2022). Anlässlich der 30 Jahre unseres Vereins spendeten wir 300 CHF Preisgeld, das sich die ganz jungen Nachwuchs-Pianistinnen Gerda Lina Brennessele und Sniedze Sarja teilten.

Im Folgenden finden Sie den Bericht der Gewinnerinnen auf Lettisch (weiter unten in Deutscher Übersetzung).

„Obwohl Gerda Lina erst im dritten Jahr an der Musikschule ist, führen ihr Talent, ihre Liebe zur Musik und die Ausdauer, mit der sie jedes Musikstück angeht, zu einem positiven Ergebnis bei Wettbewerben“, sagt Gerdas Mutter Svetlana Brennessele und fügt hinzu: „Bisher hatte Gerda die Möglichkeit, aus der Ferne an Wettbewerben teilzunehmen, aber das ist nicht zu vergleichen mit den Emotionen – der Freude und gleichzeitig der enormen Aufregung – die man auf der Bühne erleben kann! Der Wettbewerb hat ihr ein enormes Selbstvertrauen und den Glauben an sich selbst gegeben! „

„Ich kannte mein Ziel! Ich wusste, dass ich gewinnen wollte! Ich liebe das, was ich tue, von ganzem Herzen, und deshalb freue ich mich umso mehr, dass mein Auftritt beim Internationalen Wettbewerb für junge Pianisten in Riga 2022 von der Jury gewürdigt wurde. Als sie verkündeten, dass ich nicht nur den ersten Preis und die beste Darbietung, sondern auch einen Geldpreis in Höhe von 150 € erhalten habe, wollte ich vor Freude springen“, sagt Gerda Lina Brennessele.

Ieva Sarja, Mutter von Sniedze Sarja: „Ich möchte mich ganz herzlich für den von Ihnen organisierten Wettbewerb für junge Pianisten und für das von der Vereinigung Schweiz-Lettland und Arta Arnicāne verliehene Preisgeld bedanken. Eine solche Anerkennung ist ein grosser Ansporn, den von Ihnen eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Für Sniedze ist es das erste Geld, das sie selbst verdient hat, was ihr grosse Freude bereitet, aber auch ein Gefühl der Verantwortung vermittelt, ernsthaft zu arbeiten und ihr Talent zu entwickeln. Das Preisgeld wird zum Teil zur Deckung der Teilnahmegebühren für künftige Wettbewerbe und zum Teil für den Kauf von Bühnenkostümen verwendet.

Wir sind dankbar für die Möglichkeit, an einem so hochrangigen Klavierwettbewerb teilnehmen zu können, und für Ihre finanzielle Anerkennung.“